Autobahnraststätte 'My Stop', Affoltern a. A., 2004–2009
Die Grundthemen des architektonischen Entwurfs bildeten die Dynamik der Autobahn, die ausgezeichnete Lage zwischen weiten Feldern und dem Rigimassiv und die Auseinandersetzung mit den heutigen Anforderungen an eine Raststätte.
Nach der Fertigstellung des letzten Teilstückes der A4 zwischen Cham und Birmensdorf würde die Distanz zwischen den bestehenden Raststätten Gotthard im Urnerland und der Raststätte Kemptthal vor Winterthur über 120 Kilometer betragen. Grund genug für den Bau einer Verpflegungsstation auf diesem neuen Streckenabschnitt. Da entlang der neuen Autobahn kein Bauland für ein solches Bauvorhaben vorgesehen war sowie eine eigene Zu- und Wegfahrt für eine neue Raststätte nicht bewilligungsfähig gewesen wäre, wurde das Konzept einer Doppelnutzung des Bodens bei dem geplanten Autobahnanschluss in Affoltern am Albis geschaffen. Die projektierten, als Erdwälle aufgeschütteten Ein- und Ausfahrtsrampen wurden durch Brückenkonstruktionen ersetzt um auf einfache weise die nötige Bodenfläche für Infrastruktur und Parkierung darunter zu erhalten.
Konsequenterweise musste der Hochbau mit einem flächenmäßig möglichst geringen ‚Fußabdruck’ geplant werden. So wurde die Raststätte von der Typologie her ebenfalls als Brückenkörper entwickelt, welcher sich quer über die Fahrbahn erstreckt. Neben dem Boden wurde so eine höchst effiziente Organisation des Hochbaues erreicht – einen Betrieb der dauerhaft von zwei Seiten bedient wird.
Von den Haupteingängen führen Rolltreppen die Besucher zuerst in ein auf einem Zwischengeschoss gelegenem Cafe und dann in das erste Obergeschoss, welches als introvertiertes Shoppinggeschoss, mit neutralen, frei einteilbaren Ladenflächen konzipiert ist. Eine weitere Rolltreppe erschließt das zweite Obergeschoss mit dem Restaurant, dem eigentliche Herzstück der Raststätte. Zwei groß dimensionierte Panoramaverglasungen geben den Blick über das pulsierende Treiben der Autobahn und die umliegende Region, mit ihren weiten Hügeln und Felder im Norden und dem Rigimassiv im Süden, frei. Die Panoramaverglasungen der beiden scharf geschnittenen Erker prägen auch das Äußere der Raststätte und verleihen ihr ein eigenes, unverwechselbares Erscheinungsbild.
Die Fassaden bestehen aus zwei verschiedenen, von einander abgelösten Schichten, zwischen denen sich die Fluchtwege befinden. Die innere der beiden Schichten besteht aus einer gelblich-grün lackierten Metall-Sandwich-Konstruktion, welche den eigentlichen thermischen Abschluss des Betonskelettbaus der Raststätte darstellt. Die äußere Fassadenschicht aus perforiertem Aluminium Trapezblech umhüllt das gesamte Gebäude wie ein feines Kleid. Diese beinahe textil wirkende Haut verändert ihre Dichte und Farbe je nach Blickwinkel, Lichteinfall und Intensität, lässt den Bau einmal leicht, fast schwerelos und durchsichtig, dann wieder massiv, geschlossen und silbern glänzend erscheinen. Die Dynamik der Autobahn tritt in einen Dialog mit dem Gebäude.
Die Hotz Partner AG war Ideengeber und Initiant der Autobahnraststätte Affoltern am Albis.
- Mediothek Schulhaus Steinacher, Au
- Erweiterung Einstellhalle Werkhof Neubüel, Wädenswil
- MFH Oberdorfstrasse 22, Wädenswil
- Autobahnraststätte 'My Stop', Affoltern a. A.
- Umbau EFH, Richterswil
- EFH am Neuhusbächli, Richterswil
- MFH am Jonenbach, Affoltern am Albis
- Restaurant 'Neubüel', Wädenswil
- Restaurant 'Im Feld', Wädenswil
- Credit Suisse, Wädenswil
- Umbau Haus Z, Au















